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Lässt sich die Willensfreiheit mit Hilfe neurobiologischer Experimente widerlegen?

PD Dr. Stephan Sellmaier
Münchner Kompetenzzentrum Ethik,
Ludwig-Maximilians-Universität, München

Dienstag, 20. März 2007 um 19:30 Uhr
AkademikerPastoral
Lämmerstraße 3, 80335 München

Zum Thema:

Seit Benjamin Libet 1983 eine Serie innovativer Experimente zur Willensfreiheit durchgeführt hat, hofft man das Problem freien Handelns durch neurologische Experimente endgültig lösen zu können. In der Folge wurden deshalb eine Vielzahl weitere Experimente erdacht, deren Ziel es ist, freies Handeln als Illusion zu enttarnen. Der Vortrag soll zum einen die methodischen Schwierigkeiten derartiger Experimente aufzeigen, zum anderen die in diesem Zusammenhang impliziten, oft unbewussten philosophischen Annahmen aufdecken, die jede Interpretation neurologischer Experimente voraussetzen muss.

Zur Person:

Stephan Sellmaier, geboren 1964 in München, Studium der Logik/Wissenschaftstheorie, Philosophie und Tibetologie an der LMU-München, Promotion 1998 in München bei Prof. Vossenkuhl, 2004 Habilitation im Fach Philosophie, 1999-2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 536 Reflexive Modernisierung, seit März 2005 akademischer Geschäftsführer des fakultätsübergreifenden Münchner Kompetenzzentrum Ethik (MKE).

Forschungsschwerpunkte: Praktische Philosophie: moralische Dilemma, Moraltheorien (Kant, Utilitarismus, Kontraktualismus), Angewandte Ethik (Medizin- und Bioethik), Theorien der Rationalität (Entscheidungs- und Spieltheorie), analytische Handlungstheorie, Willensfreiheit. Theoretische Philosophie: Sprachphilosophie, Wittgenstein (Tractatus logico-philosophicus), Paradoxien.

Auswahlbibliographie: Monographien: Langfristiges Entscheiden. Eine Grundlagen-untersuchung zur Entscheidungstheorie, München 2000. Ethik der Konflikte. Über den moralisch angemessenen Umgang mit ethischem Dissens und moralischen Dilemmata, München 2004. Aufsätze u.a.: Handlungstheorie: Was unser Handeln verursacht, in: Eugen Fischer und Wilhelm Vossenkuhl (Hrsg.): Die Fragen der Philosophie. Eine Einführung in Disziplinen und Epochen, München 2003, S. 55-70. Entscheidungskonflikte der reflexiven Moderne: Uneindeutigkeit und Ahnungslosigkeit, in: Ulrich Beck, Christoph Lau (Hrsg.): Entgrenzung und Entscheidung: Was ist neu an der Theorie reflexiver Modernisierung, Frankfurt am Main 2004. Ein formales Argument gegen vorausschauendes Entscheiden, in: Günter Abel (Hrsg.): Kreativituuml;t, Berlin 2005.