G e s e l l s c h a f t     -     Z e i t g e s c h e h e n     -     K u l t u r
<< ZURÜCK

Christentum und Judentum
Ein spannungsreiches Verhältnis


Prof. Dr. Michael Langer
Universität Regensburg

Dienstag, 16. Januar 2007 um 19:00 Uhr
Carl Friedrich von Siemens Stiftung
Südliches Schlossrondell 23, 80638 München


Zum Thema:

Das Christentum und das Judentum sind sowohl durch religiöse und kulturelle Wurzeln als auch durch eine wechselvolle und spannungsreiche Geschichte auf das Engste miteinander verbunden.

Über Jahrhunderte hinweg haben Irrtümer, Missverständnisse und Vorurteile über Glaube und Religion das Verhältnis zwischen Christen und Juden schwer belastet. Hierin liegen - neben politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ressentiments - die Quellen des Antijudaismus und Antisemitismus. Die Juden waren in den verschiedenen Geschichtsperioden vielfachen Benachteiligungen und Pogromen ausgesetzt - die Schoa markiert dabei einen traurigen Höhepunkt.

Ungeachtet der historischen Verwerfungen und Verfolgungen besteht eine theologische und kulturelle Verbindung zwischen den beiden Religionen - etwa in Form des Glaubens an einen Schöpfergott oder den Bezug auf das Alte Testament und den Dekalog. In diesem Sinne ist das Judentum der "ältere Bruder" des Christentums.

Innerhalb des Spannungsbogens einer gewaltsamen Geschichte einerseits und der geistig-theologischen Verwandtschaft andererseits bewegen sich die Bemühungen um eine Annäherung und die Aussöhnung zwischen dem Christentum und dem Judentum.

Zur Person:

Prof. Dr. Dr. Michael Langer ist seit 1999 außerordentlicher Professor für Religionspädagogik und Kerygmatik an der Universität Regensburg. Seit 1991 ist er Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie, seit 1997 ist er auch ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte bilden Fragen der religiösen Bildung sowie der interreligiöse Dialog, insbesondere das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum. Zahlreiche Aufenthalte in Israel und persšnliche Kontakte nach Israel.

Auswahlbibliographie: Wünschet Jerusalem Frieden. Hoffnungen zwischen Visionen und Wirklichkeit, (hg. zus. mit Armin Laschet), Kevelaer/ Aachen 1991. Zwischen Vorurteil und Aggression. Zum Judenbild in der deutschsprachigen katholischen Volksbildung des 19. Jahrhunderts, Freiburg 1994. Als Gott weinte, Theologie nach Auschwitz (hg. zus. mit Manfred Görg), Regensburg 1997. Von den "Gottesmördern" zu den "älteren Brüdern": Christen und Juden auf dem Weg, in: Eugen Biser/ Ferdinand Hahn/ Michael Langer (Hg.), Der Glaube der Christen, Augsburg u.a. 1999. Unterwegs mit Visionen. Festschrift für Rita Süssmuth (hg. zus. mit Armin Laschet), Freiburg i. Breisgau 2002.