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Europas Rolle in der Welt

Dr. Franco Algieri
Centrum für angewandte Politikforschung, München

Montag, 10. April 2006, 19.30 Uhr
Institut für Rechtsvergleichung, Veterinärstraße 5

Zum Thema:

Europa ist störanfälliger als jeder andere Akteur in der Weltpolitik. Seine wirtschaftlichen und politischen Interessen reichen deutlich über den eigenen Gestaltungsraum hinaus, da Europa durch Krisen und Konflikte, Störungen oder Blockaden im Handel wie in der Rohstoffversorgung unmittelbar betroffen ist. Geopolitisch gesehen liegt die Europa in sensibler und unruhiger Nachbarschaft, deren Entwicklung, Politik und Perspektive zugleich besondere Interessen der anderen heutigen und potentiellen Weltmächte berührt.

Schon aufgrund ihrer schieren Größe und wirtschaftlichen Stärke ist die Europäische Union ein Faktor in der Weltpolitik. Sie ist es auch, weil die freiwillige Bündelung von Souveränität zur Gewinnung gemeinsamer Handlungsfähigkeit in der Europäischen Union Strahlkraft nicht nur an der Peripherie Europas entwickelt, sondern weit darüber hinaus. Die Integration zeigt sich so nicht nur als Überlebensrezept der kleinräumigen Staatenwelt des alten Kontinents, sondern als eines der zentralen Konzepte für die Gestaltung der internationalen Ordnung in einer zusammenwachsenden Welt. Diese globale Vernetzung erfordert eine verantwortliche, globale Rolle der Europäischen Union in besonderer und vielfältiger Weise.

Zur Person:

Dr. Franco Algieri ist sei 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centrum für angewandte Politikforschung sowie Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften in München. Seit 2000 ist er gleichzeitig Gastprofessor an der Renmin-Universität in Peking.

Die Themenschwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit bilden die Europäische Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Beziehungen der Europäischen Union zu Asien.

Auswahlbibliographie: Die Chinapolitik der Europäischen Union. Formulierung, Ausgestaltung und Institutionalisierung im Rahmen europäischer Außenpolitik Baden-Baden, erscheint Anfang 2006. - Die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU, Die EU und China, in: Werner Weidenfeld (Hrsg.), Europa-Handbuch, 3. Aufl., Gütersloh 2004. - A European Defence Strategy (Co-Autor), Bertelsmann Stiftung 2004. - Europas Selbstbestimmungsprozess. Wie definiert sich die erweiterte EU gegenüber den USA?, in: Michael Staack und Rüdiger Voigt (Hrsg.), Im Schatten des Goliath. Europa nach dem Irakkrieg, Baden-Baden 2004.